Ausflug der Kommunionkinder

Mit zwei Bullis, drei Erwachsenen und neun Kinder sind wir am Samstag, den 31. August, ins Bibeldorf nach Rietberg gefahren. Dort tauchten wir dann für ein paar Stunden ein in die Welt der Bibel. Wir erfuhren, wie man im damaligen Israel lebte. Unsere erste Station führte uns in die Zeit Mose. In einem Beduinenzelt wurden wir über die Lebensumstände der damaligen Nomaden aufgeklärt. Das Zelt war unterteilt in zwei Abteilungen - eine kleinere für die Frauen und eine größere für die Männer. Gastfreundschaft war groß geschrieben, selbst bei verfeindeten Gruppen wurde für drei Tage der Streit ruhen gelassen. Jedem Gast wurde zur Begrüßung die Füße gewaschen. Das Zelt selber bestand aus Schafs- oder Ziegenwolle, die die Sonne abschirmte und kaum Regen durchließ. In einem Raum einer alten Schule nachempfunden bekamen wir eine in Holz eingefasste holländische Bibel zu sehen. Dort wurde uns dann auch erklärt, warum wir heute noch von „wir schlagen ein Buch auf“ reden. Diese Bücher wurden in einer Art Holzschatulle aufbewahrt, damit das kostbare Papier keinen Schaden nahm. Diese Einfassung war mit Schlösser versehen. Diese wurden mit einem starken Faustschlag geöffnet. Unser Weg führte uns ins Römerlager zu der X. Legion. Da die Soldaten nicht den ganzen Tag in den Rüstungen rumlaufen konnten, mussten die teuren Rüstungen irgendwo aufbewahrt werden. So konnten wir ein Blick in die Rüstkammer werfen. Dort wurden neben den Rüstungen auch gleich passend die Schwerter und Waffen aufbewahrt, damit man immer alles gleich zur Hand hatte. Um zu merken, mit wie viel Gewicht die Soldaten rumlaufen mussten, durften die Kinder alle mal den Helm aufsetzen. Betuchte Römer trugen darunter noch eine Lederkappe, die ein Scheuern des Eisenhelms verhinderte. Die nächste Station war der sogenannte Sabbatraum. In diesem Raum spielten wir eine jüdische Sabbatfeier nach. Männliche Besucher bedecken ihr Haupt dort mit der sogenannten Kippa, während Frauen ihr Haar als Bedeckung tragen. Zwei Brote, die an das himmlische Manna erinnern, ein siebenflammiger Leuchter und natürlich eine Schriftrolle (die Tora) sind Zeichen dieses Raumes. Der Sabbat beginnt am Freitagabend bei Sonnenuntergang und endet bei Eintritt der Dunkelheit des Samstages. Die Mutter entzündet zwei Kerzen und wird dann von dem Ehemann und den Söhnen durch ein Gebet besonders gewürdigt „Du bist die Sonne meines Herzens“ (Lob der tüchtigen Hausfrau). Dort endete nun unsere Führung, als Erinnerung erhielten wir ein kleines Kreuz aus Holz aus Bethlehem. Eine Stunde lang konnten wir alleine das Dorf erkunden, fanden dort ein altes Ausgrabungsfeld aus Israel, eine Grabhöhle und eine Jahreszeitenkrippe. Wir sahen verschiedene Häuser vom Einraumhaus, wo die Leute damals zusammen mit ihren Tieren gewohnt hatten, bis hin zu Häusern, in denen unten gearbeitet und oben geschlafen/gewohnt wurde. Unsere Tour in die Vergangenheit endete dann wieder in der heutigen Zeit bei Mc Donalds, wo wir uns nach dem aufregenden Trip stärken konnten.

Heike Dietrich

Rüstkammer der Römer im Bibeldorf 

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